Historisches aus Kördorf

(Auszug aus der „Chronik Kördorf“, erstellt zur 850-Jahr-Feier 1992)

 

Ortsname

Erste urkundliche Erwähnung 1142

Kirche in Kördorf

Politische Entwicklung und Zugehörigkeit (1142-heute)

Bürgermeister, Beigeordnete und Ratsmitglieder (1949-heute)

850-Jahr-Feier 1992

 

 

Ortsname

Kördorf ist für die Menschen in den umliegenden Ortschaften, Höfen und Mühlen immer das Kirchdorf gewesen. Die heutige Schreibweise hat sich im Lauf der Zeit herausgebildet, denn sie war immer abhängig von der Aussprache und der Schreibweise der Schreibkundigen.

 

Bei der ersten urkundlichen Erwähnung hieß der Ort „Kirechdorp“. Der Name veränderte sich über Kirchtorff, Kirdorff, Kerdorf bis hin zum Ortsnamen Kördorf, der seit 1686 fortlaufend besteht. Die Ortsnamen bezeichnen in den insgesamt zwölf Schreibweisen bis heute die Funktion und Aufgabe unseres Dorfes: „Kirchdorf“ und kirchlicher Mittelpunkt zu sein.

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Erste urkundliche Erwähnung 1142

Es war die Zeit der Kreuzzüge mit den vergeblichen Versuchen, Jerusalem für das Christentum zu erobern, als Kördorf mit seinem Kirchspiel juristisch und geschichtlich mit anderen Ortschaften zum ersten Mal erwähnt wurde. Das Kirchspiel Kördorf gehörte mit den Dörfern Attenhausen, Bremberg, Gutenacker und Seelbach (bis 1139) mit den Höfen und Mühlen zur Grafschaft Arnstein, zum sogenannten „Einrich“. 1139 wurde vom letzten Arnsteiner Grafen das Kloster Arnstein errichtet. Im Jahr 1142 benennt Papst Innocenz II. das Stiftungsgut des Klosters Arnstein und stellt es unter seinen Schutz. In der noch vorliegenden Papstbulle wird „Kirechdorp“ erstmals erwähnt.

 

Seelbach wurde mit der Klostergründung ein dem Kloster höriges Dorf, die anderen Orte blieben beim Kirchspiel „Kirechdorp“. Das Kloster Arnstein und somit auch Kördorf gehörten damals kirchlich zum Erzbistum Trier und politisch zum Reich des Stauferkönigs Konrad III. (1138 – 1152).

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Kirche in Kördorf

Unsere Kirche stand bereits 1139 an der Stelle, an der auch die heutige (1745 erbaute) Kirche steht. Wann die erste Kirche erbaut wurde, ist nicht bekannt. Es ist überliefert, dass die Vorgängerin der heutigen Kirche ein kleines Kirchlein und als einziges Gebäude in Kördorf mit Schiefer bedeckt war.

 

Die Einführung der Reformation geschah in unserem Kirchspiel um 1530. Kördorf wurde also evangelisch. 1531 wird das Kirchspiel Kördorf vom hessischen Superintendenten (= Probst: Kirchenmänner waren Staatsdiener) visitiert. Er gebot dem Kördorfer Pfarrer, keine lateinischen Messen mehr zu lesen und die Heiligenbildchen aus der Kirche zu schaffen.

 

Nach mehrjährigen Reparaturarbeiten wurde 1743 der Abriß der alten Kirche sowie der Bau einer neuen Kirche geplant. Erst im Sommer 1745 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Die Bauarbeiten dauerten zwei Jahre. Am 5. November 1747 wurde die neue Kirche eingeweiht. Die erste Orgel wurde erst im Jahr 1767 eingebaut. Die Kirche hatte bis 1872 nur eine kleine Glocke. Danach hatte sie mal drei und sogar vier Glocken (1925). Seit 1952 besitzt die Kördorfer Kirche ein Dreier-Geläut. Der Dreiklang der Glocken hat die Töne h-d-c.

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Politische Entwicklung und Zugehörigkeit (1142 – heute)

  • 1142 - Größter Grundherr ist der jeweilige Abt des Klosters Arnstein; die nicht zur Klosterstiftung gehörenden Gebiete gehen mit der politischen Oberherrschaft an die Grafen Isenburg.
  • 1158 - Die Isenburger verkaufen ihr Arnsteinisches Erbe an die Grafen von Nassau und die Grafen von Katzenelnbogen in gemeinschaftlichen Besitz. Kördorf wird „zweiherrisch“
  • 1255 - Die Nassauer Grafen teilen ihre Grafschaft in Nassau-Dillenburg (nördlich der Lahn) und Nassau-Idstein (südlich der Lahn), die gemeinsame Herrschaft im ehemals Arnsteinischen Gebiet bleibt bestehen, Kördorf ist „dreiherrisch“.
  • 1355 - Die Nassauer Grafen teilen erneut auf in die Grafschaften Nassau-Idstein und Nassau-Weilburg. Die „Vierherrschaft“ beginnt, weil die Herrschaft über das Arnsteinische Erbe weiterhin gemeinschaftlich ausgeübt wird: drei Nassauer Grafenhäuser und das Katzenelnbogener Grafenhaus
  • 1479 - Das Katzenelnbogener Grafengeschlecht stirbt aus. Landgraf Heinrich III. von Hessen ist der Erbe. Somit herrschen die drei nassauischen Grafenhäuser und das hessische.
  • 1648 - Nach Ende des dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wird das vierherrische Gebiet in sogenannte Quartiere aufgeteilt. Kördorf kommt zum hessischen Quartier mit Amtssitz St. Goar.
  • 1775 - Die Vierherrschaft hat ein Ende, die Quartiere werden aufgelöst, die Grenzen von Hessen und Nassau neu festgelegt. Kördorf kommt zu Hessen-Rheinfels-Rotenburg.
  • 1806 - Offizielle Aufhebung der Leibeigenschaft.
  • 1866 - Herzog Adolf verliert als Verbündeter Österreichs sein Land an den König von Preußen (deutsch-österreichischer Krieg). Kördorf gehört somit zur Provinz Hessen-Nassau im Königreich Preußen, im Unterlahnkreis zum Regierungsbezirk Wiesbaden.
  • 1871 - Der preußische König Wilhelm I. wird zum Kaiser des Deutschen Reiches gekrönt, Kördorf gehört dazu.
  • 1914 - Beginn Erster Weltkrieg (bis 1918)
  • 1918 - Weimarer Republik; Trennung von Kirche und Staat.
  • 1923 - Inflation
  • 1933 - Hitler wird Reichskanzler, Beginn des sogenannten „Dritten Reiches“
  • 1939 - Beginn Zweiter Weltkrieg (bis 1945)
  • 1945 - Deutschland wird einem alliierten Kontrollrat unterstellt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Kördorf gehört zur französischen Besatzungszone.
  • 1948 - Die französische Militärregierung bildet das Land Rheinland-Pfalz, zu dem auch Kördorf gehört.
  • 1948 - Währungsreform
  • 1949 - Entstehung der Bundesrepublik Deutschland mit 11 Bundesländern, erste freie und demokratische Wahl nach dem 2. Weltkrieg am 14.08.49. Kördorf gehört in Rheinland-Pfalz zum Regierungsbezirk Montabaur und zum Unterlahnkreis mit der Kreisstadt Diez.
  • 1973 - Verwaltungsreform mit Bildung der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen; gehört zum Rhein-Lahn-Kreis mit der Kreisstadt Bad Ems und zur Bezirksregierung Koblenz.
    Kördorf bleibt selbständige Ortsgemeinde mit Gemeinderat und Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen.
  • 1990 - Wiedervereinigung Deutschlands durch Beitritt der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik
  • 2002 - Einführung einer neuen Währung, anstelle der Deutschen Mark tritt der Euro, neu in insgesamt zwölf Ländern der Europäischen Union

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Bürgermeister, Beigeordnete und Ratsmitglieder der Ortsgemeinde Kördorf von 1949 bis heute

1949-1952 Ortsbürgermeister Heinrich Heuser
 
  1. Beigeordneter Karl Wolf
 
  2. Beigeordneter Wilhelm Hemmelmann
 
  Ratsmitglieder Ernst Obel
    Heinrich Hanewald
    Wilhelm Häuser
    Emil Minor
    Erhard Schwarz
    Karl Maxeiner Sen.
    August Aulmann
    Wilhelm Hanewald
    Heinrich Spitz

 

1952-1956 Ortsbürgermeister Heinrich Heuser
 
  1. Beigeordneter Karl Wolf
 
  2. Beigeordneter Wilhelm Hemmelmann
 
  Ratsmitglieder Heinrich Hanewald
    Ernst Obel
    August Aulmann
    Karl Maxeiner Sen.
    Wilhelm Häuser
    Eugen Wagner
    Erhard Schwarz
    Ernst Maxeiner
    Willi Habig
    Wilhelm Hanewald

 

1956-1960 Ortsbürgermeister Heinrich Heuser
 
  1. Beigeordneter Karl Hofmann
 
  2. Beigeordneter Wilhelm Hemmelmann
 
  Ratsmitglieder Karl Wolf
    Wilhelm Schmidt I (Bäcker)
    Willi Habig
    Wilhelm Schmidt II (Anstreicher)
    Wilhelm Eckhardt
    Heinrich Scheurer
    Willi Hollricher
    Wilhelm Obel
    Ernst Klein
    Heinrich Hanewald
    Christian Beisel

 

1960-1964 Ortsbürgermeister Heinrich Heuser
 
  1. Beigeordneter Wilhelm Schmidt I (Bäcker)
 
  2. Beigeordneter Wilhelm Hemmelmann
 
  Ratsmitglieder Karl Hofmann
    Rudolf Klöppel
    Heinrich Scheurer
    Heinrich Gemmer
    Wilhelm Eckhardt
    Wilhelm Schmidt II (Anstreicher)
    Willi Habig
    Erhard Schwarz
    Wilhelm Obel
    August Aulmann
    Willi Hollricher

 

1964-1969 Ortsbürgermeister Heinrich Heuser
 
  1. Beigeordneter Christian Beisel
 
  2. Beigeordneter Willi Hollricher
 
  Ratsmitglieder Karl Hoffmann
    Rudolf Klöppel
    Wilhelm Eckhardt
    Wilhelm Schmidt I (Bäcker)
    Walter Maxeiner
    Reinhold Debusmann
    Wilhelm Schmidt II (Anstreicher)
    Willi Gerner
    Fritz Müller
    Ernst Herold
    Werner Obel

 

1969-1974 Ortsbürgermeister Heinrich Heuser bis März '73
    Alfred Fischer ab März '73
 
  1. Beigeordneter Christian Beisel  
 
  2. Beigeordneter Rudolf Klöppel  
 
  Ratsmitglieder Willi Hollricher  
    Willi Gerner  
    Walter Maxeiner  
    Heinrich Gemmer  
    Reinhold Debusmann
    Fritz Müller  
    Gerd Scheurer  
    Ernst Herold  
    Wilhelm Schmidt bis Jan. '73
    Adolf Habig ab Jan. '73
    Alfred Fischer bis März '73
    Karl Hollricher ab März '73
    Richard Feldpausch bis März '74
    Werner Schmid ab März '74

 

1974-1979 Ortsbürgermeister Alfred Fischer  
 
  1. Beigeordneter Christian Beisel  
 
  2. Beigeordneter Gerd Scheurer  
 
  Ratsmitglieder Gerhard Liez  
    Erwin Knispel  
    Karl Hollricher  
    Adolf Habig  
    Günter Eckhardt  
    Walter Hanewald  
    Helmut Scherer  
    Werner Häuser  
    Reinhold Debusmann  
    Willi Hollricher bis Dez. '74
    Reinhard Obel ab Dez. '74
    Willi Gerner bis Dez. '74
    Bernd Habig ab Dez. '74

 

1979-1984 Ortsbürgermeister Alfred Fischer
 
  1. Beigeordneter Erwin Knispel
 
  2. Beigeordneter Walter Hanewald
 
  Ratsmitglieder Gerd Scheurer
    Gerhard Liez
    Karl Hollricher
    Reinhard Obel
    Adolf Habig
    Helmut Scherer
    Günter Eckhardt
    Reinhold Debusmann

 

1984-1989 Ortsbürgermeister Alfred Fischer
 
  1. Beigeordneter Reinhold Debusmann
 
  2. Beigeordneter Karl Hollricher
 
  Ratsmitglieder Gerhard Liez
    Erwin Knispel
    Gerd Scheurer
    Reinhard Obel
    Günter Eckhardt
    Adolf Habig
    Helmut Scherer
    Herbert Eckhardt

 

1989-1994 Ortsbürgermeister Herbert Eckhardt  
 
  1. Beigeordneter Günter Herold bis Jan. '93
    Helmut Scherer ab Jan. '93
 
  2. Beigeordneter Karl Hollricher  
 
  Ratsmitglieder Reinhard Obel  
    Gerhard Liez  
    Alfred Beisel  
    Gerd Scheurer  
    Bernd Habig  
    Horst Gemmer  
    Walter Hanewald  
    Helmut Scherer bis Jan. '93

 

1994-1999 Ortsbürgermeister Herbert Eckhardt
 
  1. Beigeordneter Alfred Beisel
 
  2. Beigeordneter Karl Hollricher
 
  Ratsmitglieder Günter Herold
    Bernhard Krugel
    Horst Gemmer
    Walter Hanewald
    Günter Hasselbach
    Egon Maxeiner
    Günter Walther
    Brunhilde Kernchen
    Harald Bär
    Gerd Scheurer

 

1999-2004 Ortsbürgermeister Herbert Eckhardt
 
  1. Beigeordneter Alfred Beisel
 
  2. Beigeordneter Gerd Maxeiner
 
  Ratsmitglieder Günter Herold
    Wolfgang Scheurer
    Bernhard Krugel
    Horst Gemmer
    Lutz Hollricher
    Günter Hasselbach
    Hans-Otto Neumann
    Harald Bär
    Egon Maxeiner
    Günter Walther

 

2004-2009 Ortsbürgermeister Herbert Eckhardt
 
  1. Beigeordneter Alfred Beisel
 
  2. Beigeordneter Wolfgang Scheurer
 
  Ratsmitglieder Günter Herold
    Horst Gemmer
    Manfred Müller II (Siedlungstr)
    Lutz Hollricher
    Bernhard Krugel
    Alex Kernchen
    Egon Maxeiner
    Günter Hasselbach
    Kai Bauer
    Günter Walther

 

2009-2014 Ortsbürgermeister Herbert Eckhardt
 
  1. Beigeordneter Alfred Beisel
 
  2. Beigeordneter Bernhard Krugel
 
  Ratsmitglieder Günter Herold
    Ivon Hasselbach
    Kai Bauer
    Manfred Müller (Siedlungsstr.)
    Kai Müller
    Horst Gemmer
    Lutz Hollricher
    Alex Kernchen
    Michael Debusmann
    Stefanie Schmid bis Sep. '10
    Angelika Linden ab Okt. '10

 

 

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850-Jahr-Feier 1992

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortsgemeinde Kördorf vor 850 Jahren wurde in Kördorf mit einem großen Fest vom 3. – 5. Juli 1992 gefeiert. Geplant wurde die 850-Jahr-Feier von einem Festausschuss, dem der Ortsbürgermeister, die Beigeordneten, sämtliche Vereinsvorsitzende und die Pfarrerin angehörten.

 

Frau Pfr. Karin Müller hatte die Aufgabe übernommen, zusammen mit einer Arbeitsgruppe Kördorfer Bürgern eine Chronik zu erarbeiten. Die 650 Exemplare des über 400 Seiten starken Buches fanden sehr schnell dankbare Leser, die Interessantes über die 850jährige Lebens- und Leidensgeschichte von Kördorf erfahren wollten.

 

Bei der 850-Jahr-Feier waren fast alle Kördorfer im Einsatz, um den zahlreichen Besuchern ihr Heimatdorf zu präsentieren. Das Programm startete am Freitag mit dem Festkommers, bei dem sich alle Ortsvereine beteiligten. Am Samstag folgte eine Gemäldeausstellung des sehr bekannten heimischen Malers Friedrich Kunitzer. Anschließend gab es Sport und Spiele für Jedermann auf dem Sportplatz und zum Abschluß ein Treffen der Jugend im Bürgerhaus bei moderner Musik. Das Sonntagsprogramm begann nach der Südwestfunk-Hörfunk-Sendung „Morgenläuten aus Kördorf“ mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Im Anschluß wurde die Erlebnis-Ausstellung „Lebendiges historisches Dorf“ präsentiert. An vielen Stationen im Dorf wurde das Leben und Arbeiten in früherer Zeit gezeigt. Die rund 5 000 Besucher an diesem Tag belohnten die Kördorfer für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement bei diesem Ereignis.

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Heute ist der 19.05.2012
Letzte Aktualisierung: 18.05.2012